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Der deutsche Boom ist keine Blase

Der deutsche Boom ist keine Blase

Der deutsche Immobilienmarkt boomt dank institutioneller Investoren. Doch wirklich teuer ist der deutsche Markt noch immer nicht. Allerdings kaufen die Investoren nicht mehr zu jedem Preis. Aus Capital vom 21.05.2012, nach Grit Beecken

 

Der deutsche Immobilienmarkt ist für ausländische Investoren attraktiv wie nie. Ein amerikanischer Vermögensverwalter, der Staat Singapur, eine niederländische Pensionskasse und ein US-Fonds zeichneten bei der Kapitalerhöhung des Berliner Wohnungsunternehmens  GSW Anfang Mai Aktien im Wert von 200 Mio. Euro. Der Finanzinvestor Cerberus sicherte sich im April bundesweit 22.000 Wohnungen. Über 5 Mrd. Euro haben Großinvestoren 2011 zwischen Flensburg und Füssen in Wohnungen investiert, fast ein Drittel der Summe stammt von ausländischen Anlegern. Und alles deutet darauf hin, dass deren Gewicht in den kommenden Jahren hierzulande noch steigen wird.

Das Vorrücken der Profis über die Grenze ist ein gutes Zeichen für Privatanleger, die sich mit dem Gedanken tragen, eine Immobilie zu erwerben, und befürchten, der rasante Preisanstieg der vergangenen Jahre könnte zu einer Blase führen.

2011 verteuerten sich Häuser und Wohnungen bundesweit im Schnitt um 5,5 Prozent. Der stetig steigende Nachfrageschub aus dem Ausland lässt Immobilienexperten jedoch Entwarnung geben. "Für einige Teilmärkte ist die Angst gerechtfertigt, für Deutschland insgesamt mit Sicherheit nicht", sagt Tobias Just von der Irebs Immobilienakademie.

Analysten sind sich einig: Gemessen an anderen europäischen Märkten hat Deutschland noch erheblichen Nachholbedarf - vor allem, wenn man die langfristige Entwicklung betrachtet. Seit 1990 sind die Preise gerade einmal um 0,7 Prozent pro Jahr gestiegen, so eine Untersuchung des Researchhauses Bulwien Gesa. Und so wirken selbst Kaufpreise am oberen Ende im internationalen Vergleich wie Schnäppchen. In Paris kostet eine Wohnung im Schnitt 8000 Euro pro Quadratmeter, in der Wiener Innenstadt rund 6000 Euro. In Hamburg hingegen sind es 2100 Euro, in Berlin sogar nur 1800 Euro.

Ein solches Gefälle lockt Investoren aus dem In- und Ausland, darunter Pensionskassen, Versicherer, Finanzinvestoren - zumal Deutschland als wirtschaftliches Kraftzentrum und Hort der Stabilität in der Euro-Zone makroökonomisch glänzend dasteht. Nirgendwo macht sich das wachsende Interesse der Profis so stark bemerkbar wie in Berlin. Mit 2,3 Mrd. Euro hat die Hauptstadt 2011 fast die Hälfte des Kapitals aufgesogen, das bei größeren Transaktionen floss. München folgt weit abgeschlagen mit gerade einmal 340 Mio. Euro. Dass die Stadt bei ausländischen Investoren so beliebt ist, hat einen banalen Grund: Immobilienmanager bevorzugen Hauptstädte, weil die in vielen Ländern die Wirtschaftszentren sind.

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